Skip to main content
  • Kontakt
    • Was können wir für Sie tun?
    • Standort Osnabrück
      0541 33588-0
    • Standort Münster
      0251 2707799-0
    • Standort Bielefeld
      0521 30566-0
    • Standort Nordhorn
      05921 30458-0
    • Anfahrt

Emotion versus Ratio

Die aktuelle Entwicklung um den Coronavirus Covid-19 ist ohne Frage historisch, insbesondere nachdem die Vereinigten Staaten einen Einreisestopp für Menschen aus den 26 Staaten des Schengenraums beschlossen haben. Trotzdem sollten die Auswirkungen weniger dramatisch sein, als es die Finanzmärkte derzeit „spielen“. In historischen Krisen waren steigende Zinsen oft der Auslöser. Doch dieses Mal sind die Zinsen historisch tief, selbst in den USA. Somit bleiben Aktien und Gold langfristig relativ attraktiv.

Kurzfristig besteht aber weiterhin die Sorge, dass die Infektionszahlen in einigen Ländern sprunghaft ansteigen, und das könnte an den Märkten noch für ein paar Wochen für Verunsicherung sorgen. Doch schon aktuell befindet sich die Stimmung der Marktteilnehmer auf einem so tiefen Niveau, dass man sich kaum noch eine weitere Eskalation vorstellen kann. Der Angst/Gier-Indikator von CNN, der anhand von sieben Parametern die Stimmung der Anleger misst, liegt aktuell bei historisch tiefen 2 von 100 Punkten, was extreme Panik der Anleger bedeutet. Oft zeigen solche Daten, dass die zittrigen Hände dann großenteils verkauft haben. Zudem wird nahezu alles um jeden Preis verkauft, selbst Gold. Somit scheint es einen starken Liquiditätsbedarf einiger Anlegergruppen zu geben. Wahrscheinlich müssen nun auch die Anleger verkaufen, die versucht haben, ihr Anlageergebnis durch hohe Kreditaufnahme zu verbessern. Durch den Rückgang der Vermögenspreise sind sie nun gezwungen, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Coronakrise in China, Italien und Südkorea ihren Zenit erreicht hat bzw. kurz davorsteht. Zudem werden die Notenbanken bereit sein, Liquidität bereitzustellen. Des Weiteren dürfte die letzte Zinssenkung und der tiefe Ölpreis zeitverzögert eine positive konjunkturelle Wirkung entfalten und den Konsum anschieben. Zunächst wird sich die wirtschaftliche Lage aber wohl verschlechtern. Je schlechter die Situation wird, desto größer dürften die Fiskalpolitischen Maßnahmen aus Steuersenkungen, Subventionen oder andere Zuführungen sein. Daraus könnte sich dann langsam eine Inflation entwickeln, die die Vermögenspreise noch einmal erheblich anschieben könnte.

Wichtig ist nun, zwei oder drei Schritte weiterzudenken. Und zwar halten wir folgende Überlegungen für wahrscheinlich:

•             Die Zinswelt nach Corona wird eine noch tiefere sein. Mit den USA fällt die letzte Zinsbastion der Industrieländer. Aktien und Gold bleiben somit langfristig die attraktivsten Anlageformen. Die langanhaltende Tiefzinsphase ist der Kern unseres anlagestrategischen Weltbildes.

•             Branchenseitig wird es aber wahrscheinlich große Unterschiede, auch in der Erholungsphase, geben. Schwierig wird es für Unternehmen, die über ein schwaches Immunsystem verfügen, schlecht finanziert sind oder wie die Hotel- und Touristikbranche stark von Rückgängen betroffen sein dürften. Wir favorisieren Technologie /Gesundheit/Nahrung/Infrastruktur. Wir wollen auf eine globale Aufstellung achten.

•            Ein Goldanteil im Portfolio erscheint weiterhin sinnvoll, wir hoffen aber auch, dass es nicht weiter hinauf geht. Denn Gold ist wie eine Feuerversicherung im Depot, die gegen Krisen im Finanzsystem schützen soll. Sie ist also wie eine Police, von der jeder hofft, dass er sie nie braucht.

Die Vermögenspreisinflation, die bei uns in den vergangenen Jahren primär auf dem Immobilienmarkt zu sehen war, dürfte den Aktienmarkt nach Corona erreichen. Es werden aber nicht alle Branchen gleichermaßen profitieren, unseres Erachtens könnten aber die Bewertungen von Qualitätsaktien weiter steigen. Gold wird mit Blick auf den globalen Abwertungswettlauf der Währungen ebenfalls attraktiv bleiben. Immobilienbesitzer müssen wohl mit Regulierung und höheren Steuern rechnen. Es ist wichtig, vor lauter Virusangst die wichtigen strategischen Entscheidungen – und damit auch den Fokus auf Sachwerte in einem diversifizierten Depot – nicht aus dem Blick zu verlieren. Eine aktive Bewirtschaftung (Quotensteuerung) bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Gesamtstrategie.