Skip to main content

Verhungern an vollen Töpfen - Brauchen wir Mikronährstoffe?

Vielen Dank für Ihren Besuch!

Für das vergangene „Get-together unter Frauen“ am 9. August konnten wir Dr. Judith Hampel, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, als Referentin gewinnen. Ihr Vortrag sprach ein Gesundheitsthema an, das uns alle angeht.

Herzlichen Dank für den spannenden, sehr interessanten Vortrag der zum Nachdenken anregt. Denn....

REICHTUM ist viel.

ZUFRIEDENHEIT ist mehr.

GESUNDHEIT ist alles!

Im Interview erläutert Frau Dr. Hampel, worauf jeder bei seiner Ernährung achten sollte:

Interview mit Frau Dr. Hampel:

Frau Dr. Hampel, müssen wir alle fürchten zu verhungern?

(lacht) Der Titel meines Vortrags ist ganz bewusst etwas überspitzt formuliert. Aber mir geht es vor allem um Aufklärung: Während beim heutigen Ernährungsangebot ein Überfluss herrscht, nimmt die Konzentration an wichtigen Mikronährstoffen in unseren Lebensmitteln stetig ab. Der Vitamingehalt in Obst und Gemüse beträgt heute beispielsweise nur noch gut 40 Prozent dessen, was noch 1970 enthalten war. Die Gefahr einer Unterversorgung ist also gar nicht so gering.

Was genau sind denn Mikronährstoffe – und wofür brauchen wir sie?

Zu den Mikronährstoffen zählen in erster Linie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Diese Nährstoffe beeinflussen den Stoffwechsel innerhalb der Zellen und sind damit für wichtige Grundfunktionen des Körpers verantwortlich, etwa das Zellwachstum oder die Bildung von Botenstoffen. Ein Mangel an einem oder mehreren dieser Mikronährstoffe führt zwangsläufig zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder gar ernsthaften Krankheiten.

Wie kommt es dazu, dass die Konzentration dieser Nährstoffe in unseren Lebensmitteln abgenommen hat?

Das ist unter anderem eine Folge der modernen Lebensmittelproduktion und -gesetze. Als „frisch“ dürfen Obst und Gemüse im Handel beispielsweise noch drei Monate nach der Ernte bezeichnet werden. Dann mögen sie zwar noch knackig aussehen, die Mikronährstoffe haben sich aber längst verabschiedet. Viele importierte Obstsorten, etwa Erdbeeren aus Chile oder auch Bananen, werden zudem im unreifen Zustand geerntet und zu uns verschifft, wo sie dann weiterreifen. Das Problem: Wichtige Inhaltsstoffe, die für unseren Zellschutz notwendig sind, gehen dabei fast vollständig verloren – denn sie entstehen ausschließlich bei der Reifung an der Pflanze.

Also müssen wir mit Mikronährstoffen aus der Apotheke nachhelfen?

Viele Symptome, die wir Ärzte heute vermehrt beobachten, wie Müdigkeit, Kopfweh oder andere chronische Schmerzen, können tatsächlich auf den Mangel an bestimmten Mikronährstoffen zurückzuführen sein. Wenn eine gesicherte Diagnose vorliegt, bringen entsprechende frei verkäufliche Präparate schnell Linderung. Aber auch wer sich gesund fühlt, kann aus Gründen der Prophylaxe auf zusätzliche Mikronährstoffe zurückgreifen, am besten auf ein Multipräparat. Wenn Sie die regelmäßig einnehmen, sichern Sie einen gleichbleibend hohen Status der wichtigsten Mikronährstoffe und beugen Mangelerscheinungen wirksam vor.  

Worauf muss ich beim Kauf von Mikronährstoffen achten?

Mikronährstoffe liegen in unterschiedlicher Form vor – und nicht jede Form kann auch vom Organismus verwertet werden. Welche Form nun ein Hersteller in sein Präparat gibt, ist ihm laut Gesetzgeber frei überlassen. Es gibt also durchaus eine Reihe von Produkten, die völlig wirkungslos sind. Achten Sie deshalb unbedingt auf die Verpackungsangaben: Die Begriffe „bioverwertbar“ und „naturidentisch“ sollten auf jeden Fall auftauchen.

Und wie kann ich durch meine tägliche Ernährung die Versorgung mit Mikronährstoffen sicherstellen?

Bei Obst und Gemüse geht Frische über alles. Nur wirklich frische Produkte – dazu zählt übrigens auch Tiefkühlgemüse – enthalten ausreichend lebensnotwendige Nährstoffe. Verwenden Sie statt tierischer Fette lieber pflanzliche – je flüssiger, desto besser. Vor allem Leinöl und Haferöl sind reich an Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren. Ansonsten gilt: wenig Fertigprodukte, wenig Weizenprodukte, wenig Kohlenhydrate, wenig tierisches Eiweiß.