Vierteljahrhundert trifft dreivierteljahr
In jedem Unternehmen arbeiten Generationen zusammen. So auch bei Spiekermann. Margarete Kordt ist seit 25 Jahren ein Teil davon und trifft als Leiterin der Region Münster nun auf den mit frischer Perspektive startenden jüngsten „Spiekermann“: den dualen Studenten Georg Schwarz. Im gemeinsamen Gespräch geht es um Vertrauen, Verantwortung und die Frage, warum Erfolg (k)eine Generationsfrage ist!
Frau Kordt, wie sind Sie vor 25 Jahren zur Vermögensverwaltung gekommen?
Margarete Kordt: Ich kannte Hermann Goedereis, einen der Mitgründer, von der Commerzbank her. Und als mir Arbeit und Klima dort immer fremder wurden, habe ich gesagt: „Vermögensverwaltung? Das kann ich!“ – schließlich kommt es darauf an, Vertrauen zu Kunden aufzubauen, und das ist sicher eine meiner Stärken. Tja, und so bin ich im Januar 2002 hier gestartet.
Und wie ist Ihr Zugang zur Vermögensverwaltung, Herr Schwarz?
Georg Schwarz: Ich bin eher der mathematisch-analytische Typ. Ich komme weniger aus der Beratungsecke, sondern eher über die Schiene Finanzmarkt, Analyse, Theorie. Und wenn ich mich wie hier auf diesem Niveau damit beschäftigen kann – ohne nach Frankfurt oder London ziehen zu müssen –, sehe ich das als große Chance für mich.
Haben sich Ihre Erwartungen hier im Tagesgeschäft dann erfüllt?
GS: Ja, denn die analytische Kompetenz hier im Haus ist schon sehr hoch. Aber mich hat echt überrascht, wie nah man hier an den Kunden dran ist, wie eng die Zusammenarbeit ist. Deshalb bin ich auch dankbar, jetzt bei unterschiedlichen Beratern in mehreren Kundengesprächen dabei zu sein, um auch unterschiedliche Stile kennenzulernen. Das ist unglaublich wertvoll, denn diese Vielfalt an Erfahrungen bekommt man nirgendwo sonst.
Vielfältige Erfahrungen – die haben Sie doch sicher auch gesammelt?
MK (schmunzelt): Oh ja, da gäbe es viel zu erzählen. Aber Diskretion gehört – wie Vertrauen und Verantwortung – zu den goldenen Gesetzen des Geschäfts. Und dennoch gibt es Erlebnisse, die mir im Kopf und im Herzen bleiben. Wenn eine Kundin zum Beispiel sagt: „Frau Kordt, Sie sind nicht nur meine Vermögensberaterin, sondern auch meine Familienberaterin“, dann freut mich das natürlich und zeigt, dass ich hier vieles richtig gemacht habe. Aber es zeigt auch, dass bei der Vermögensverwaltung der Mensch im Vordergrund steht. Dieses Miteinander macht die Arbeit in der Vermögensbetreuung so besonders. Ich habe die Kunden, die zu mir passen – und umgekehrt.
Hätten Sie das jemals gedacht?
MK (schmunzelt): Dass Kundenbeziehungen so eng werden können, hätte ich vorher nicht gedacht. Ich war ja die erste und über Jahre auch die einzige Beraterin. Hier im Haus, aber auch im ganzen Markt. Da musste ich eher mehr Engagement zeigen, um Vertrauen aufzubauen. Und heute haben wir an jedem Standort in der Beratung selbstverständlich Kolleginnen. Da hat sich also ein Markt, eine Expertise entwickelt, die es so noch gar nicht oder erst in Anfängen gab.
„Vermögensverwaltung ist und bleibt People Business.“
Margarete Kordt
Glauben Sie, dass Digitalisierung die Vermögensverwaltung mit z. B. Robo-Advisors verändern wird?
GS: Verändern ja, aber das ersetzt nicht die persönliche Beratung. Im Gegenteil: Das ist unser Differenzierungsfaktor. Wir machen es persönlich, nehmen uns Zeit, lassen die Leute nicht allein.
MK: Zeit für Mandanten zu haben, ist ungeheuer wichtig und Ausdruck der Wertschätzung. Wo spüren unsere Mandanten das denn heute noch? Wir sind persönlich für sie erreichbar. Unsere Klientel hat einen Anspruch darauf, sich gut betreut zu fühlen! Und nur so entsteht auch Vertrauen.
„Netzwerke, Nachhaltigkeit und Transparenz werden in Zukunft wichtiger werden.“
Georg Schwarz
Was ist denn Ihre Prognose – für Sie selbst und für Spiekermann?
MK: Ich bin 45 Jahre im Berufsleben. Natürlich ist Spiekermann ein sehr prägender Teil davon. Seit den An-fängen sind wir stark gewachsen –von sieben auf heute 37 Mitarbeitende und 1 Mrd. € Money under Management, was erst für 2030 angepeilt war. Gerade bereite ich die Übergabe an die nächste Generation in Person von Claus Hofschulte vor. Und in zehn Jahren, da möchte ich über den Wochenmarkt in Münster spazieren und immer noch zufriedene Mandanten treffen.
GS: Ich glaube, dass in Zukunft Netz-werke, Nachhaltigkeit und Transparenz wichtiger werden. Wenn man das step by step ausbaut, erreicht Spiekermann die nächsten Ziele sicher wieder früher als geplant.
Frau Kordt, Herr Schwarz, wir danken fürs Gespräch.
Georg Schwarz möchte weiterhin fachlich alles aufsaugen und in Zukunft auch einmal so viele Mandanten persönlich und erfolgreich betreuen wie Margarete Kordt