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Aktuelle Marktsituation

Der Krieg in der Ukraine wütet mit all seinen Folgen weiter – eine humanitäre und diplomatische Katastrophe. Der Konflikt und die westlichen Sanktionen wirken sich auch auf die globalen Kapitalmärkte aus, wobei insbesondere die Verteuerungen am global vernetzen Rohstoffmarkt weitere Unsicherheit mit sich bringen.

Bei lokaler Begrenzung des Konfliktes erwarten wir, dass sich die mittel- bis langfristigen Auswirkungen für den breiten Finanzmarkt in Grenzen halten werden. Eine direkte Betrachtung zeigt, dass der kumulierte Anteil russischer und ukrainischer Unternehmen am globalen Aktienmarkt (gemessen am MSCI ACWI) unter 1% liegt und die Wirtschaftsleitung sich unter 5% der globalen summiert. Die Verflechtungen zwischen dem russischen und europäischen Wirtschaftsraum verlor zunehmend an Bedeutung über die vergangenen Jahre, mit Ausnahme des Energiesektors. Der Güterexport nach Russland belief sich 2021 auf 0,6% der europäischen Wirtschaftsleistung – selbst ein vollständiger Stopp der Güterwaren wäre gesamtwirtschaftlich verkraftbar. Indirekt muss jedoch mit steigenden Rohstoffpreisen (insbesondere Weizen, Aluminium, Öl und Gas) gerechnet werden, was zu einem weiteren Anstieg der bereits erhöhten Inflation führt und die Wirtschaft schwächt. Ein Inflationsanstieg sollte planmäßig eine Straffung der Geldpolitik nach sich ziehen, jedoch gehen geopolitische Ereignisse nicht an den Zentralbanken vorbei. Dies konnte beispielsweise 2019 im Zuge sich zuspitzender Handelsbeziehungen zwischen den USA und China mit einer lockereren Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank beobachten werden – erste Offizielle europäischer Zentralbanken mahnen bereits zur Zurückhaltung. Eine Ausweitung des Konfliktes mit direkter Beteiligung eines EU oder NATO-Staates scheint im geopolitischen Sicherheitsgefüge nach wie vor unwahrscheinlich. Nichtsdestotrotz, die Situation ist und bleibt angespannt und bietet auch weiterhin Potential für weitere Rückschläge

Rein aus Sicht eines Finanzportfolioverwalters sind wir für die langfristige Entwicklung der Kapitalmärkte weiterhin optimistisch, da die „Marktgesetze“ intakt scheinen – Gold fungierte in den vergangenen Tagen als ein wichtiges Gegengewicht, der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro auf und defensive Aktiensektoren (wie zum Beispiel Gesundheitswerte) zeigten sich robuster als der Gesamtmarkt. Die übergeordnete Attraktivität von Sachwerten ist unserer Einschätzung nach sogar gestiegen, da die Verteuerung am Rohstoffmarkt die Inflation und somit die Wertminderung von Liquidität mittelfristig weiter antreibt. Des Weiteren sind unsere strategischen Überzeugungen für die Sektoren Informationstechnologie, Rohstoffe und Gesundheit weiterhin intakt und wir halten keine direkten Engagements weder in Russland noch der in Ukraine. Wenngleich wir uns derartige Bewegungen an den Finanzmärkten nicht entziehen können und diese auch zu einer Wertschwankung in Ihrem Depot führte, ist es unsere Aufgabe als Treuhänder in solchen Phasen konzentriert und überlegt im Sinne unserer langfristig orientierten Mandantschaft zu handeln.

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