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Stabiles Portfolio trotz unruhiger Zeiten am Aktienmarkt? So gelingt’s!

 

Von Mirko Kohlbrecher, Investmentstratege bei der Spiekermann & CO AG in Osnabrück

 

Das Trumpsche Zoll-Chaos hat im Frühling in vielen Aktiendepots deutliche Spuren hinterlassen. Wer dabei die Nerven verloren und verkauft hat, muss nun zusehen, wie der Aktienzug ohne ihn wieder an Fahrt gewinnt. Dabei gibt es einige Optionen, mit denen Anleger mehr Stabilität in ihr Portfolio bringen können. Wir stellen drei solcher Stabilisatoren vor.

 

In unserer letzten Kolumne hatten wir die Ansicht vertreten, dass es sich im März/April nicht um einen Bärenmarkt, sondern um eine Korrektur handelte. Diese Einschätzung hat sich bestätigt, wie sich jetzt zeigt: Dem Zoll-Chaos zum Trotz konnten sich die Aktienmärkte wieder stabilisieren. Dennoch war die Korrektur schmerzhaft: Wichtige Aktienindizes haben gut 20 Prozent an Wert verloren und etliche Anleger um den Schlaf gebracht. Im Vergleich ging es in unseren Strategie-Depots ein Stück weniger turbulent zu. Dort sorgen/sorgten drei Stabilisatoren für mehr Ruhe.

 

Stabilisator 1: Streuung über Regionen

Viele Privatanleger kaufen ETFs oder Fonds, die sich vorrangig am MSCI World orientieren. Der Anteil der US-Aktien in dem Index beläuft sich auf 70 Prozent. Diese Konzentration kann sich in Phasen schwacher US-Märkte nachteilig auswirken. In unseren Depots setzen wir hingegen auf eine ausgewogene Verteilung zwischen USA und Europa, wobei die Auswahl der Unternehmen auf Qualität, Substanz und Wachstumsperspektiven basiert. Diese Strategie hat in der jüngsten Marktkorrektur zu einer geringeren Wertminderung geführt, da europäische Aktien im Vergleich zu den US-Märkten besser abgeschnitten haben.

 

Stabilisator 2: Gold sorgt für Performance-Beitrag

Ein weiterer wichtiger Stabilisator in Krisenzeiten ist Gold, das in den Depots je nach Ausrichtung mit einer Quote zwischen 5 bis 15 Prozent vertreten ist. Während die Aktienmärkte, insbesondere in den USA, im ersten Quartal zunächst eine Phase der Schwäche zeigten, gefolgt von einem deutlichen Rückgang, legte der Goldpreis im gleichen Zeitraum um fast 20 Prozent zu. Bei einer Quote von beispielsweise 10 Prozent konnte Gold in dieser Phase einen positiven Performancebeitrag von 2% verbuchen. Auch das federte die Auswirkungen des Aktien-Abschwungs spürbar ab. Für uns hat Gold seine Aufgabe als dauerhafter wie auch situativer Stabilisator damit erneut sehr gut erfüllt.

 

Stabilisator 3: Ein Fünftel des Aktienanteils wird antizyklisch gemanagt

Der dritte Stabilisator ist unsere antizyklische Steuerung der Aktienquote. Das bedeutet: Alle zwei Monate definieren wir klare Schwellenwerte, an denen wir die Aktienquote antizyklisch absenken oder erhöhen werden. Fällt der Markt dann tatsächlich stärker, kaufen wir breit gestreut und kostengünstig ETFs auf DAX oder MSCI World. Bei deutlichen Kursanstiegen werden diese Positionen wieder reduziert. Diese antizyklische Steuerung gilt nur für einen kleineren Teil des Vermögens, während mindestens 80 Prozent des Aktienanteils dauerhaft investiert bleiben. Als das Trumpsche Zoll-Gewitter im April die Märkte fallen ließ, haben wir antizyklisch zugegriffen – auch das hat die Depots stabilisiert.

 

 

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